Lesbische Frauen* vernetzen sich beim 1. LiN-Sommerfest

Lesbische Frauen* vernetzen sich beim 1. LiN-Sommerfest

LiN-Sommerfest 2016

Das erste „Lesbisch in Niedersachsen Sommerfest“ fand vom 19. August bis zum 21. August 2016 in der Akademie Waldschlösschen bei Göttingen statt.
LiN – Lesbisch in Niedersachsen hat unter der Leitung von Kerstin Runde ein Sommerfest unter dem Motto: „Kennenlernen, vernetzen, Spaß haben, Gemeinschaft erleben“ geplant und durchgeführt.

Nach feierlicher Eröffnung startete das Sommerfest mit dem Vorstellen der Organisation Lesbisch in Niedersachsen und den einzelnen Teilnehmer*innen.
Als Untergruppe des Queeren Netzwerk Niedersachsen e.V. ist Lesbisch in Niedersachsen, die Interessenvertretung der lesbischen Frauen* auf Landesebene. In diesem Rahmen verwaltet Lesbisch in Niedersachsen Landesmittel zur Förderung von lesbischen Leben. Weitere Arbeitsschwerpunkte stellen die Vernetzung lesbischer Frauen* sowie das Sichtbarmachen lesbischer Lebensweisen in Niedersachsen dar.
In Person besteht Lesbisch in Niedersachsen aus der angestellten Ansprechpartnerin für Vernetzungsarbeit Kerstin Runde (Osnabrück), der angestellten Ansprechpartnerin für Öffentlichkeitsarbeit Meike Holitzer (Cloppenburg) und dem ehrenamtlichen Vorstand Birgit Sobiech (Braunschweig), Juliane Steeger (Hannover) und Jana Thiessen (Hannover).

Niedersachsen als Flächenland hat eine große Vielfalt zu bieten. Über 30 Teilnehmer*innen im Alter zwischen 25 und 73 Jahren aus Aurich, Cloppenburg, Oldenburg, dem Emsland, Osnabrück, Vechta, Wilhelmshaven, Jever, Hannover sowie Region Hannover, Braunschweig und Göttingen kamen zusammen. Interessiert an den einzelnen, regionalen Situationen kam schnell der Wunsch nach Information auf. Gemeinsam wurde erarbeitet, was Niedersachsen bereits für lesbische Frauen* bietet. Es zeigte sich schnell, dass von Freizeitangeboten bis zu Beratungsstellen bereits viele engagierte Projekte bestehen.

Die teilnehmenden Frauen* berichteten, dass der Austausch über die einzelnen Angebote als sehr informativ und bereichernd erlebt wurde. In einem darauf aufbauenden Workshop tauschten sich interessierte Frauen über weitere Finanzierungsmöglichkeiten der regionalen Gruppen vor Ort aus.

Des Weiteren wurde über mögliche Informationsmedien und Medien zur Unterstützung der lesbischen Sichtbarkeit gesprochen. Neben bekannten lesbischen Plattformen wie Lesarion.de, Konny’s Lesben Seiten, femfem.org und Printmedien wie der L-mag oder den Rosigen Zeiten wurde der deutliche Bedarf einer gut strukturierten „Lesbisch in Niedersachsen“ Homepage deutlich.

Den inhaltlichen Höhepunkt der Veranstaltung stellte die Erarbeitung klarer Aufträge und Wünsche an Lesbisch in Niedersachsen, an die regionalen Gruppen und jede einzelne Frau* dar.

LIN erhielt von den teilnehmenden Frauen den Auftrag:

  • als Interessenvertretung auf Landesebene zu fungieren. LiN soll sich dafür einsetzen, dass die bisherige Situation der Landesförderung bestehen bleibt und sich verbessert – 2018 sind Landtagswahlen in Niedersachsen. Die Verwaltung und Vergabe der Fördermittel soll transparent und zeitnah geschehen.

  • weiterhin und verstärkt Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Die Angebote in Niedersachsen sollen gesellschaftlich sowie politisch sichtbarer gemacht werden. Die Homepage soll ein digitaler Knotenpunkt der unterschiedlichen, regionalen Angebote in Niedersachsen werden. Es sollen stets aktuelle Verlinkungen der Angebote dort zu finden sein.

  • Langfristig soll Lesbisch in Niedersachsen die Regionen ansprechen, motivieren lesbische Projekte zu initiieren und versteckte Projekte aufdecken.

  • Außerdem wurde mit Nachdruck gewünscht das Sommerfest zu wiederholen. Das Angebot landesweiter Vernetzung im persönlichen Kontakt und Austausch soll vergrößert werden.

Die regionalen Gruppierungen setzten sich folgende Ziele:

  • Um sich Lesbisch in Niedersachsen zugehörig zu fühlen und diese Zugehörigkeit sichtbar zu machen, soll Lesbisch in Niedersachsen als Multiplikator genutzt werden. Es soll stets auf die Möglichkeiten von Lesbisch in Niedersachsen hingewiesen werden.

  • Die Vernetzung soll vorangebracht werden, indem die Gruppen sich gegenseitig besuchen.

  • Besonders wichtig ist es vor Ort die Politik zu beauftragen, sich für die Unterstützung für lesbisches Leben stark zu machen. Wenn vielerorts Druck ausgeübt wird und die Interessen lesbischer Frauen deutlich gemacht werden, gibt es die Chance weiterhin Förderung der Landesregierung zu bekommen.

Nicht zuletzt bedeutet Lesbisch in Niedersachsen auch für jede einzelne Frau*:

  • Die Ideen und Projekte sollen vor Ort umgesetzt und dabei von Lesbisch in Niedersachsen vernetzt sowie unterstützt werden. Es sollen regionale Informationen über Veranstaltungen und Institutionen an Lesbisch in Niedersachsen weitergegeben werden.

  • Frauen* sollen Flagge zeigen und von Lesbisch in Niedersachsen berichten.

Den Teilnehmer*innen wurde durch die Gemeinschaft bei dem Sommerfest klar, dass lesbische Frauen* etwas bewegen können, wenn sie zusammenhalten. Ein Treffen nur unter lesbischen Frauen* mit einer Kombination aus Workshops über lesbisch-politische Interessen und Kulturprogramm hat dieses Bewusstsein gestärkt. So wurde sich intensiv  bei einem Programm mit gemeinsamen tanzen, musizieren, wandern, dem Besuch einer lesbischen Fotoaustellung aus dem Wendland, batiken und grillen ausgetauscht. Ein besonderes Highlight des Rahmenprogramms war die Lesung von Karen Susann Fessel.

Die Auswertung der Evaluationsbögen bestätigte den Eindruck der Veranstalterinnen. Die Frauen* meldeten zurück, sich wohlgefühlt zu haben und mit ihren Anliegen ernstgenommen und gefördert worden zu sein.
Lesbisch in Niedersachsen freut sich über ein erfolgreiches, engagiertes und kreatives Sommerfestival 2016 und arbeitet mit Hochdruck an den Umsetzungen der entstandenen Arbeitsaufträge.